Alter Brunnen – Er ist wieder da!

Für alle, die etwas mehr über den „Alten Brunnen“ erfahren möchten, erstellen wir diesen Artikel. Wir wollen chronologisch vorgehen und dazu haben wir die Ortschronik „Aus der Geschichte des Stabes und der Gemeinde Ettlingenweier“ von Kurt Hochstuhl zur Hand genommen.

In den 80er Jahren wurde er nach einer Umgestaltung des Vorplatzes durch den modernen und markanten Stabsbrunnen ersetzt. Aber der historische Brunnen spukte noch immer in den Köpfen mancher Weirer herum. Lange wurde gerätselt, wohin er wohl verkauft worden sei. Auch hieß es immer mal wieder, dass er in einem Garten im Dorf stehen würde. Und tatsächlich: in einem versteckt liegenden Garten fristete er ein noch versteckteres Dasein, tief in die Erde eingegraben oder eingesunken, wurde die dekorative Wasserschale als Blumenbeet genutzt. Welche Erleichterung, als Familie Sorg sich spontan bereit erklärte, den Brunnen der Gemeinde wieder zur Verfügung zu stellen. Der Ortschaftsrat unter der damaligen Ortsvorsteherin Elisabeth Führinger war begeistert und fest entschlossen, den historischen Brunnen wieder an seinem alten Platz aufzustellen.

Unter der Mithilfe von Kindern wurde die Wasserschale mit kleinen Schaufeln geleert, Männer der freiwilligen Feuerwehr kümmerten sich um die gröberen und kraftvolleren Arbeiten. Jetzt war das gute Stück wieder als Brunnen zu erkennen.

Aber dann finden die Fragen an: Reichen die € 40.000 Budget, die der Ortschaftsrat angespart hatte? Wie kann der Brunnen sowohl technisch als auch künstlerisch saniert werden? Reicht die vorhandenen Brunnenstube? usw. usw. Zum großen Glück wurde dann Thilo Florl, vielen als 2. Vorstand und Kommandant der Ettlinger Bürgerwehr bekannt, auf den Brunnen aufmerksam, und nach einer fachmännischen Inspektion war es wohl Liebe auf den ersten Blick. Er organisierte einen Kran, lies den Brunnen in seinen Betriebshof verfrachten, restaurierte dort soviel wie möglich selbst, ließ Ersatzteile in Kreta gießen und behielt den kompletten Fortgang im Auge – und das ohne irgendwelche Rechnungen zu stellen! Sein ganzer Lohn war nämlich die Freude am immer schöner werdenen Brunnen.

Und immer wieder war der Ortschaftsrat vor Ort und bestaunte die Fortschritte. Und immer wieder bekräftigte dieser seine Zustimmung den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Das Stadtbauamt sorgte dann für den finalen Abbau und die Einlagerung des Stabbrunnes auf dem Bauhof und übernahm die Instandsetzung der Brunnenstube, die sowieso saniert werden musste. Auch marode Zuleitungen und ältere Anschlüsse im Keller des Rathauses mussten ausgetauscht werden. Dem Wunsch des Ortschaftsrates, den Brunnen wieder auf einen Sandsteinsockel zu stellen, wurde Rechnung getragen. Und dann konnte der Brunnen – nach einer gemeinsamen Aktion und insgesamt ca. € 80.000 – endlich wieder aufgebaut werden: der „Alte Brunnen“ vor dem Rathaus. Mit ein paar kleineren Anlaufschwierigkeiten plätschert er jetzt wieder munter vor sich hin.

Die Kinder hatten am kleinen Brunnenfest am 13.6.26 natürlich ihre große Freude. OB Johannes Arnold und OV Berthold Zähringer begrüßten die Gäste, die von den Mannen der alten Feuerwehr unter der Leitung Werner Ewald mit leckerer Grumbiere-Supp und gespendeten Apfelkuchen bewirtet wurden.

Thilo Florl berichtete von seinem Einsatz und erhielt neben einem herzlichen Dank der Gemeinde eine kleine antike Schatulle. Es war tatsächlich ein beeindruckendes Engagement.

Nicht vergessen wollen wir Maria Kopprasch, die mit vielen Fotos und Informationen das kleine Fest bereicherte. Und sie hätte da noch ein paar Ideen……

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