Am kommenden Sonntag ist Palmsonntag. Zufälligerweise sind wir beim Sortieren eines Bücherregals auf das Buch „Volksleben von einst in Ettlingen und Umgebung“ von P.H. Stemmermann gestoßen und haben beim Durchblättern auch einen Artikel Palmsonntag gefunden:
….Tags zuvor gehen die Kinder, manchmal auch Erwachsene in Flur und Wald und sammeln das Material für ihre Balme (Palmen)…..In Ettlingenweier sammelte man neun verschiedene Reise: Eiche, Buche, Stechpalme, Buchs, Tanne, Eibe, Kätzchen und Birke…….(wer nachzählt, es sind nur acht, vielleicht hat man die Tuja vergessen?)
Überblickt man diese Pflanzen, so erkennt man: Es handelt sich durchweg um Baumzweige, Kräuter sind keine in dem Palmen enthalten. Seine wesentliche Kombinationen bestehen aus einerseits winterdürren Zweigen von Laubbäumen, an denen sich jedoch um diese Zeit schon deutlich die jungen Blattknospen zeigen, besonders bei den Weidekätzchen……..Das ganze ist also im Kern ein sicherlich uralter Fruchtbarkeitsritus, der die Natur, die jetzt den Winter überwunden hat und zu Keimen beginnt, ins Haus trägt.
Die genannten Zweige werden zu einem Büschel gebunden und auf einen Stecken gesteckt. Früher galt dabei der Grundsatz >je höher, je lieber<! Bis zu zwei Meter werden mehrfach genannt. Der Palmen an seinem langen Stecken wurde nun von den Kindern hoch erhoben zur Kirche getragen……Zu bemerken ist, daß nur Kinder Träger der Palmstecken sein dürfen; auch das gehört zum Frühlingsbrauch!…….

Und noch was haben wir beim Durchblättern entdeckt:

Sieht heute noch fast genauso aus.
