D‘ Kopprasch Maria hat uns widda a kloinä Gschichd gschribbe:
Kloinä Grummbierä
Letschdes Joar, es war in de letschda Woch, wos beim Enderle in Durmershoim Erdbeerä gewä hat, binne zu dem Enderle niwwa gfahrä. Ich wollt halt nochämol dem sei Erdbeerä essä.
Die henn jo newä de Erdbeerä a ganz viel anners Zeigs, Obschd un Gmies was des Herz begehrd. A oinige Sorde Grumbiereä, a ä kloine Sord, ganz kloine neie, die warä nonnet fertig midm wachsä. Die hense für 3 Euro fiers Kilo verkaaft, des isch en haufä Geld für so ä bissle Grumbierä.
Mir ist dann eigfallä, wie des bei uns fria bei de Grumbieräernd war.
Mir henn aigene Grumbiere uffm Agga ghett, mol warä se in Owwaweia uffm Feld oda draußä uff de Sauwaid. Mol do und mol do.
De ganze Sommer hat ma naus missä uff de Grumbieräacker, mol sinse ghaifelt worrä, mol sinn d’Käffer abgläsä worrä. Un grschpritzt hennse a dägeggä. Viecher henn hald weg missä, sonschd hetts koi Grumbierä gäwwä.
Als endlich die Grumbieräernte kam, sinn d’Kieh eingschpannt worrä, de Pflug isch uff de Leidawagen nuff glipft worrä, mir Kinna sinn middä nei gsetzt worra un nach dem Ruf vom Baba: Hewet euch; gings los uff de Agga.
D’Mama un d’Dande henn vorher en Korb mit Essä nogricht, Dande hat a immer an die Fläschlen Moschd mit Schprudel denkt. Die Fläschlen hat se mit Zeitungsbaier eigwiggelt und dann in kalds Wasser dungt. So sind die Fläschlen de ganz Tag kalt bliwwä. Ä Kühldäschle oda Eis zum kaldhaldä hat ma damals halt noch net ghett. Awwa ma hat sich zu helfä gwisst.
Uns Kinna hats dann a gfallä, wenn ma ä paar Schlicklen Moschdsprudl griegt henn.
Uffm Agga sin d’Kieh umgschpannt worrä un sinn vor de Pflug kommä. De Baba isch dann mit dennä Kieh üwwa de Agga gloffa und hat die Raiä oine nach de Annarä uffpflüügt. Immer nach oinerä Runde henn die Kieh ä Paus ghett, mir denn dann Grumbierä uffläsä müssä. Die Großen henn d’große Grumbierä zammägläsä, die Kloinä und die verschniddenä sinn liegä bliwwä. Die kloinä Grumbiere henn dann d’Kinna zammäläsä dirfä. Nadierlich warä mir Kinna net lang „arbeitsbereit“, mir henn meistens odrüwä wärrä missä. Die ganz kloinä Grumbierlen sind in än annerä Sack neikomme, un henn späda oifach Saufuuda gäwwä. Die warn oft noch so kloi, wenn ma die gschäld hett, wär nix mehr üwwarig bliwwä.
Un beim Enderle wern die kloine Grumbierä heit als „Gourmet-Kartoffeln“ verkaaft und koschdä 3 Euro s’Kilo. Des häb ich dort im Laden halt a laut vor mich nogsagt, wenn mich die Fraa mit Blicken hät töten könnä, hättse des vielleicht a gmacht.
Ich häb gmacht, dasse naus kommä bin.
Übersetzung siehe unten 👇


Kleine Kartoffeln
Letztes Jahr, es war in der letzten Woche, in der es bei Enderle in Durmersheim noch Erdbeeren gab, bin ich zum Enderle gefahren. Ich wollte eben nochmals dessen Erdbeeren essen.
Enderle hat neben den Erdbeeren noch ganz viel andere Sachen, Obst und Gemüse – was das Herz begehrt, auch einige Sorten Kartoffeln, auch eine kleine Sorte, ganz kleine neue, die waren mit dem Wachsen noch nicht fertig. Die wurden für 3€/Kilo verkauft – das ist viel Geld für so wenig Kartoffeln.
Mir ist dann eingefallen, wie das bei uns früher mit den Kartoffeln war. Wir hatten eigene Kartoffeln bei uns auf dem Acker, einmal waren sie auf dem Feld in Oberweier oder draußen auf der Sauweide, mal da und mal da.
Den ganzen Sommer musste man raus auf den Kartoffelacker, mal wurden diese angehäufelt, mal wurden die Käfer abgesammelt. Und gespritzt hat man auch dagegen. Die Tierchen mussten halt weg, sonst hätte es keine Kartoffeln gegeben.
Als endlich die Kartoffelernte kam, wurden die Kühe eingespannt, der Pflug wurde auf den Leiterwagen gehoben, wir Kinder wurden mitten hinein gesetzt und nach dem Ruf vom Vater: „Haltet Euch fest!“ ging es los auf den Acker.
Die Mutter und die Tante hatten vorher einen Korb mit Essen hergerichet, die Tante hat immer an die Flaschen Most mit Sprudel gedacht. Die Flaschen hatte sie mit Zeitungspapier umwickelt und ins kalte Wasser getaucht. So sind die Flaschen den ganzen Tag kalt geblieben. Eine Kühltasche oder Eis zum kalt halten hatte man damals noch nicht gehabt. Aber man wusste sich zu helfen. Uns Kindern hat es dann auch gefallen, wenn wir ein paar Schlückchen Mostsprudel bekommen hatten.
Auf dem Acker wurden die Kühe umgespannt und kamen vor den Pflug. Der Vater ist dann mit den Kühen über den Acker gelaufen und hat die Reihen nacheinander aufgepflügt. Immer nach einer Runde hatten die Kühe eine Pause. Wir mussten dann die Kartoffeln auflesen. Die Großen hatten die großen Kartoffeln aufgelesen und die kleinen und die verschnittenen sind liegen geblieben. Die kleinen Kartoffeln durften dann die Kinder zusammenlesen. Natürlich waren wir Kinder nicht lange „arbeitsbereit“, wir mussten meistens angetrieben werden.
Die ganz kleinen Kartoffeln kamen in einen anderen Sack und waren später einfach Schweinefutter. Diese waren so klein, dass wenn man sie geschält hätte, nichts mehr übrig geblieben wäre.
Und beim Enderle werden die kleinen Kartoffeln heute als „Gourmet-Kartoffeln“ verkauft und kosten 3€/Kilo! Das habe ich dort im Laden eben auch laut vor mich hingesagt…….wenn die Verkäuferin mit Blicken hätte töten können, hätte sie das vielleicht gemacht.
Ich habe mich beeilt nach draußen zu kommen.
